Eine Dicke Leitung ist nicht alles!

In Amerika sprießen die jungen und innovativen Start-Ups förmlich aus dem Boden. Risikokapital ist an jeder Straßenecke zu bekommen und alle 2-3 Tage geht ein neues innovatives Start-Up aus den Vereinigten Staaten durch die Presse. Die Öffentlichkeit feiert ausführlich den Gründergeist, den Mut und den Einfallsreichtum junger Amerikaner. Auch die Gefahr einer erneuten Blase im Internet-Bereich Bereich Risikokapital finanzierter Firmen wird zwar ab und an von „den Medien“ erkannt, aber grundsätzlich eher klein geredet.

Irgendwann taucht immer die Frage auf, warum wir diese vielen tollen Innovativen Menschen nicht in Deutschland haben und warum Netflix, Spotify, WhatsApp, Twitter, Facebook… im SiliconValley das Licht der Welt erblickten und nicht in unserem Land. Der Schuldige ist schnell gefunden: Die Infrastruktur. Ganz schnell wird auf die vermeintlich schlechte Internet Verbindung in Deutschland gezeigt. Deutschland ist ein Breitband Entwicklungsland! So sind innovationen natürlich nicht Möglich. Im Europäischen Vergleich steht Deutschland regelmäßig ganz weit hinten, die „Breitband-Atlanten“ dieser Welt scheinen Deutschland überhaupt nicht mehr mir aufzuführen. Wenn man die Bewegung im FTTH Bereich anschaut, kann man eigentlich nur einschlafen. Die Deutsche Telekom macht lieber weiter in Kupfer und lässt sich Dinge wie Vectoring einfallen um auch noch den letzten Cent aus den abgeschriebenen Kupferleitungen zu kitzeln (Die Telekom weiß auch dass langfristig kein Weg an Glas vorbei führt – nur sollen das lieber die Kinder der aktuellen Shareholder mit ihren zukünftigen dividenden bezahlen. Nicht wir, nicht jetzt!). Länder wie Dänemark, Schweden und einige Osteuropäer sind hier ganz weit vorn.

Aber hat das wirklich Einfluss? In Amerika wird derzeit die Fusion von den Kabelnetzbetreibern Time-Warner und Comcast diskutiert und nebenbei erfährt man viel über die eigentliche Breitband-Situation im gelobten Land. Scheinbar fließen über die veralteten Kupferleitungen in den meisten Bereichen der USA nur sehr langsame Bits, die einzige Chance eine angemessene Breitbandanbindung zu bekommen ist offenbar ein Kabelnetzanschluss (Die Metropolen und Google Fibre mal ausgenommen). Das wissen die Kabelnetzer dort auch und fahren unfassbar abenteuerliche Preisstrategien auf. So kommt es durchaus vor das man für die gleiche Leistung 2 Straßen weiter 10$ mehr bezahlt. Hier zählen Kaufkraft und konkurrenzsituation am eigenen Haus zur Preisfindung des Anbieters.

Nein, die amerikanischen StartUps kommen alle samt aus den großen Metropolen oder dem SiliconValley. In den deutschen Metropolen gibt es ebensogutes Internet. Daran liegt es nicht!

Was kommt denn eigentlich an geilen Ideen und Start-Ups aus dem Rest Europas, Süd Korea oder Taiwan? Dort gibts ja das eigentlich geile Internet. Innovationsbremse langsames Internet? Wohl Kaum! Die Ammis machen es vor, keiner machts nach… Deshalb wird die USA auf absehbare Zeit die Weltmacht bleiben. Nicht nur Online…

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